Beschreibung

Die Parkinson´sche Krankheit entsteht durch eine fortschreitende Zerstörung einer bestimmten Region im Gehirn (Substantia nigra), die für die Koordination von Bewegungen zuständig ist. Dadurch kommt es zu einem Mangel an einem bestimmten Botenstoff, dem Dopamin, das im Zusammenspiel mit anderen Botenstoffen (Neurotransmittern, in diesem Fall Acetylcholin) für einen geregelten Bewegungsablauf notwendig ist. Sehr lange Zeit kann der Körper ein Ungleichgewicht zwischen den Botenstoffen ausgleichen, ohne daß es zu Beschwerden kommt. Wenn Beschwerden auftreten, ist meist schon mehr als die Hälfte der dopamin-produzierenden Nervenzellen geschädigt oder untergegangen. Die Ursachen für eine Parkinson´sche Krankheit sind vielgestaltig. Sie kann durch Infektionen, durch Gifte oder Medikamente, durch Stoffwechselstörungen oder durch schwere Schädelverletzungen hervorgerufen werden. Inwieweit erbliche Belastungen oder Umwelteinflüsse eine Rolle spielen können, wird derzeit noch widersprüchlich beurteilt.

Untersuchungen

Bei dem Verdacht auf das Vorliegen einer Parkinson´schen Krankheit werden folgende Untersuchungen durchgeführt: die neurologische Untersuchung, die psychiatrische Untersuchung die Computertomographie oder Kernspintomographie, das EEG und ggf. auch der L-Dopa-Test, die Lumbalpunktion zur Liquoruntersuchung, die Laborwertbestimmung von speziellen Werten (Kupfer, Coeruloplasmin, Calcium, Entzündungsparameter, immunologische Parameter) und evtl. IBZM-SPECT, Dopa-PET.

Behandlung

Da Nervengewebe nicht regenerieren kann, ist eine Heilung der Parkinson´schen Krankheit nicht möglich. Eine Behandlung richtet sich daher vor allem auf das Ziel, das Gleichgewicht zwischen den beiden wichtigen Botenstoffen im Gehirn, dem Dopamin und dem Acetylcholin, wiederherzustellen. Dies kann mit verschiedenen Medikamenten erfolgen. Außerdem sind manche nicht-medikamentöse Maßnahmen hilfreich.

Medikamentöse Behandlung

Medikamente, die das Dopamin ersetzen können oder dessen Wirkung verstärken (L-Dopa, Dopamin-Agonisten), Medikamente, die den Abbau von Dopamin hemmen (MAO-B-Hemmer, COMT-Hemmer), Medi-kamente, die die Konzentration an Acetylcholin, dem Gegenspieler von Dopamin, reduzieren (Anticholinergika), andere Medikamente, die u.U. auch neuroprotektiv wirken (Amantadin), d.h. eine Schutzwirkung auf die Nerven haben. Die medikamentöse Behandlung besteht in fortgeschrittenen Stadien oft aus einer Kombination der verschiedenen Medikamente, da insbesondere L-Dopa im Laufe der Zeit an Wirksamkeit verliert.

Weitere Massnahmen

Krankengymnastik, Ergotherapie zur Förderung der Feinmotorik und Logotherapie zum Sprachtraining, ggf. psychotherapeutische Betreuung oder sogar stereotaktische Operationen, bei denen unter einer bestimmten Beschwerdenkonstellation umgrenzte Bezirke im Gehirn operativ stimuliert werden, um insbesondere den Tremor zu bekämpfen. Patienten und Angehörigenseminare ergänzen die umfassende Hilfe zum Management der Erkrankung und ihrer Folgen.